„Alles smart, oder was?“

Vortrag von Peter Veiks auf Smart Building Convention

Unter dem Motto „Innovative Gebäudetechnik planen, bauen und betreiben“ fand Mitte Oktober die Smart Building Convention (SBC) im Eurogress Aachen statt. Mit dabei: Peter Veiks, Geschäftsführer der DORNIEDEN Generalbau GmbH, der unter dem Titel „Alles smart, oder was?“ vor etwa 80 Zuhörern einen Vortrag zu den Chancen und Grenzen smarter Gebäudetechnik aus Sicht des Projektentwicklers hielt.

Die Nachfrage nach Smart-Home-Systemen steige jährlich in beachtlichem Maße, so Veiks. Auch die Kunden der Unternehmen der DORNIEDEN Gruppe fragten immer häufiger nach intelligenter Gebäudetechnik. DORNIEDEN habe auf die zunehmende Technisierung von Eigenheimen und Wohnungen reagiert und statte künftig alle Immobilien im Standard mit den wichtigsten Smart-Home-Lösungen für mehr Komfort und Sicherheit sowie eine höhere Energieeffizienz aus. „Zusatzfunktionen sind als Sonderwünsche realisierbar“, erklärte Veiks. Auch nachträglich ließen sich die Systeme erweitern – etwa mit sogenannten Ambient-Assisted-Living-Lösungen (Assistenzsysteme, abgekürzt AAL) für mehr Autonomie und Lebensqualität im Alter. So seien die Systeme zukunftssicher und nicht bereits in ein paar Jahren veraltet.

Nachhaltige Quartiersentwicklung 

Die zunehmende Technisierung betreffe längst nicht allein die eigenen vier Wände. „Die gesamte Entwicklung geht zu smarten Quartieren und langfristig zu Smart Cities mit individuellen Mobilitäts- und Energiekonzepten“, so Veiks. Als Projektentwickler konzentriere sich DORNIEDEN auf die vielversprechendsten und nachhaltigsten Lösungen und habe bereits zusätzliche Services wie E-Bike-Stationen und Paketstationen in Quartiere integriert und für alle Bewohner digital zugänglich gemacht.

„Grundsätzlich ermöglichen smarte Lösungen aus Sicht der Wohnungswirtschaft neue Geschäftsmodelle und Kundendienstleistungen“, erklärte Veiks. Durch die Verbreitung von Sharing-Modellen, etwa bei E-Mobilität, könnten sich zudem die Baukosten – beispielsweise durch eine Reduzierung von bislang notwendigen Tiefgaragen und Nebenflächen – langfristig reduzieren. Auf der Ebene der einzelnen Nutzer ermöglichten Smart-Home-Lösungen wiederum eine neue Flexibilität des Wohnraums, etwa mit Blick auf Assistenzsysteme für das Wohnen im Alter.

Mehr Kompatibilität und ganzheitliches Denken wichtig

Doch es gebe auch Grenzen beim zunehmenden Einsatz smarter Technologien: „In der Kritik stehen – wie bei allen digitalen Lösungen – die Nutzungssicherheit und der Datenschutz“, so Veiks. „Zudem lassen sich viele Produkte aufgrund fehlender Standards bislang nicht miteinander vernetzen. Hier brauchen wir mehr Kompatibilität.“ Wünschenswert sei auch eine Berücksichtigung smarter Technologien im Gesamtkontext von Stadtplanungen. „Wir müssen die Entwicklungen gemeinsam weiter vorantreiben und stärker gebäudeübergreifend planen.“

Nicht unerheblich für eine Verbreitung sei schließlich auch das Thema Kosten. „Smarte Lösungen rund um Gebäude und darüber hinaus finden nur dann breite Akzeptanz, wenn sich ihre Kosten nicht zur dritten Miete entwickeln. Sonst erleben wir möglicherweise statt eines Aufbruchs in ein Zeitalter smarter Quartiere und Städte eine Enttechnisierung des Wohnens“, so Veiks. „Nach wie vor steht in der Wohnungswirtschaft der Mensch im Mittelpunkt. Die neuen Technologien haben das Potenzial, die Vernetzung der Menschen, die Effizienz von Quartieren und den Komfort sowie die Sicherheit jedes einzelnen zu verbessern“, schloss Veiks seinen Vortrag.

ABE will Innovationen in der Baubranche fördern

Die Fachkonferenz SBC brachte den Teilnehmern anhand von Vorträgen, Praxisbeispielen und im Dialog näher, was ein Smart Building ausmacht und welche Herausforderungen sich im Planungs- und Bauprozess ergeben. Im Fokus stand die Diskussion der Vorteile, die sich durch eine Digitalisierung der Gebäudetechnik beispielsweise für die Energieeffizienz eines Gebäudes ergeben.

Der Veranstalter der SBC, der AACHEN BUILDING EXPERTS e. V. (ABE), ist ein interdisziplinäre Kompetenznetzwerk für innovatives Bauen mit den inhaltlichen Schwerpunkten Smart Building, Building Information Modeling (BIM), Materialien und Prozesse. Im ABE treffen führende Unternehmen der Bauwirtschaft, beide Aachener Hochschulen RWTH und FH sowie IHK und Handwerkskammer Aachen zusammen, um durch die enge Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft entlang der Wertschöpfungskette der Baubranche Innovationen zu fördern.

 

Zurück