"Gezielte Maßnahmen statt pauschale Verordnung"

Martin Dornieden beim parlamentarischen Abend des BFW

Schon zum dritten Mal lud der BFW NRW zum Parlamentarischen Abend im Düsseldorfer Maxhaus ein. Teilnehmer waren 19O Akteure aus der Immobilienwirtschaft, Politik und anderen Institutionen. Das diesjährige Diskussionsthema „Digitalisierung und Deregulierung – neue Chancen für den Wohnungsmarkt“ füllte den Gesprächsbedarf für einen ganzen Abend.   Nach der Begrüßung durch Martin Dornieden, Vorsitzender des BFW Nordrhein-Westfalen, und Prof. Dr. Peter Rasche von Haus & Grund Rheinland durften sich die Teilnehmer von den Impulsstatements der Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, und von Han Joosten, Marketingleiter BPD Projektentwicklung, inspirieren lassen. Ministerin Scharrenbach fand klare Worte, als es um die Frage von Barrierefreiheit und rollstuhlgerechten Wohnungen ging. Demnach soll der Bau rollstuhlgerechter Wohnungen durch verschiedenste Maßnahmen gefördert werden und damit gezielter die Menschen erreichen, die auf solche Wohnungen angewiesen sind, als dies durch eine pauschale Verordnung zulasten des gesamten Wohnungsneubaus möglich ist. Eine pauschale  Quote, wie sie bisher in der Landesbauordnung vorgesehen war, soll nicht kommen.  Ferner hat sich die neue Landesregierung „zum Ziel gesetzt, den Bau in Stadt und Land nicht gegeneinander ausspielen, sondern Chancen für beide zu schaffen. Das ist unser Ziel, das werden wir auch tun“, außerdem sei dabei „die Verfügbarkeit von Grundstücken ein zentrales Thema“, so Scharrenbach.

Neue Denkanstöße lieferte Han Joosten, der unter dem Thema „Weniger ist mehr – Der niederländische Weg der Deregulierung“ die bürokratischen Unterschiede zwischen den Nachbarländern verdeutlichte. „Der Regulierungsdrang der deutschen Bürokratie ist einfach ineffizient“, brachte Joosten das Problem des teuren und langsamen Wohnungsbaus auf den Punkt. In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Dr. Tobias Blasius, Vorsitzender der Landespressekonferenz NRW, sprachen die Teilnehmer Sarah Philipp, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag von NRW, Erik Uwe Amaya, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland, Ina Scharrenbach und Martin Dornieden über die technischen und personellen Voraussetzungen für eine gelungene Digitalisierung, die Problematik mit der Mietpreisbremse und über das langwierige Baugenehmigungsverfahren. Dieses solle „erst entschlackt werden, bevor die Digitalisierung in Angriff genommen werde“, so Dornieden.  

Das anschließende Get-Together gab Raum, um über die spannenden Impulse des Abends zu diskutieren. „Der Parlamentarische Abend war wieder ein voller Erfolg. Wir haben unser Ziel, die Interessen unserer Mitglieder an die Entscheider der Politik zu vermitteln, voll erfüllt“, resultierte Geschäftsführerin
Elisabeth Gendziorra abschließend.

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